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Hautkrebsprävention auf dem Bau

Mai 2010

Nach diesem harten Winter freuen sich gerade die Bauleute auf Sommer und Sonnenschein. Die Arbeit unter freiem Himmel birgt aber auch Gefahren. Vor allem die Bauleute sind den gefährlichen UV Strahlen erheblich ausgesetzt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krebsliga und Syna besuchen in den Sommermonaten das Baustellenpersonal, um über den richtigen Sonnenschutz zu informieren.

Ab Frühjahr beginnt auf verschiedenen Baustellen in der Schweiz eine Informationskampagne mit dem Ziel, das Hautkrebsrisiko der Bauleute zu senken. Mit einer einfachen aber wirkungsvollen Botschaft der Krebsliga-SpezialistInnen, «Wer sich vor den schädlichen UV Strahlen schützt, senkt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken», will man die Bauleute sensibilisieren. Rot-braun gebrannte Oberkörper auf den Baustellen müssen in Zukunft der Vergangenheit angehören.

Kluge Köpfe schützen sich nicht nur mit dem Bauhelm, sondern mit dem richtigen Sonnenschutz. Konkret gehört dazu das Auftragen von Sonnenschutzmittel mit einem hohen UV Schutzfaktor. Die Kleidung soll aus einem Material sein, das die UV-Strahlen möglichst abhält. Eine gute Sonnenbrille schützt die Augen. Ebenfalls wichtig ist das Trinken von genügend Flüssigkeit über den ganzen Tag verteilt.

Gute Erfahrungen der letzten Saison
Bereits im letzten Jahr wurden diese Aktionen mit der Krebsliga und der Gewerkschaft Syna durchgeführt. Bauleute, Poliere, Arbeitgebende und Bauherren reagierten positiv, und es gab gute interessante Diskussionen. Die Einsicht sich zu schützen, ist bedeutend grösser als noch vor Jahren. Früher gehörte es zum verfänglichen Image, dass der Bauarbeiter Ende Saison braungebrannt war. Die drohenden, lebensgefährlichen Auswirkungen ignorierte man, weil es an der Aufklärung mangelte. Verantwortungsbewusste Firmen und ihre Kaderleute achten heute auf gute Kleidung und stellen Sonnenschutz sowie genügend Wasser zur Verfügung. Trotzdem vergisst man gerade in den ersten sonnigen Frühlingstagen die Prävention. Viele haben bereits im Mai den ersten Sonnenbrand. Das verhängnisvolle daran ist, dass unsere Haut nichts vergisst. Jede Verbrennung kumuliert sich und der Zähler läuft.

Früherkennung
Die Präventionskampagne erinnert nicht nur an das Schützen, sondern zeigt auch, wie verdächtige Hautveränderungen frühzeitig erkannt werden. Der Flyer der Krebsliga und Syna klärt auf.
Die A-B-C-D Regel zeigt, wie die Pigmentveränderungen einzustufen sind. Alleine die Bilder animieren zur eigenen Hautkontrolle, die alle drei bis vier Monate am ganzen Körper vorgenommen werden sollte. Ein Früherkennen erhöht die Heilungschancen erheblich. 

Wir wünschen eine sonnige, vor allem aber eine gesunde Bausaison.

Für weitere Informationen:

Info-Broschüre von Syna und Krebsliga (PDF)

Krebsliga Schweiz

Ernst Zülle, Branchenleiter Bauhauptgewerbe

Für weitere Informationen stehen Ihnen unsere Regionalsekretariate gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter der Hotline 0848 848 868  (Ortstarif) oder per E-Mail.

 


Bauleute erhalten ab 2010 ein Prozent mehr Lohn

November 2009

Die Bauarbeiter der Syna stimmen an ihrer Branchenkonferenz dem Verhandlungsergebnis im Bauhauptgewerbe zu. Die effektiven Löhne der rund 100 000 Beschäftigten in der Baubranche werden damit um 1 Prozent generell erhöht. Die Basislöhne sollen nach Meinung der Bauleute im kommenden Jahr überprüft und den effektiven Löhnen angeglichen werden. 

Die rund 100 Delegierten der Syna Berufskonferenz für das Baugewerbe stimmen in Bern dem Verhandlungsresultat zu. Damit ist der Weg frei, dass rund 100 000 Bauarbeiter eine Lohnerhöhung erhalten.

Lohnerhöhungen 2010

  • Mit der Festlegung, dass diese Lohnerhöhung generell bezahlt werden muss, ist sicher gestellt, dass alle Bauarbeiter eine Lohnanpassung erhalten.
  • Zusätzlich wird die Pauschale für das Mittagessen um 1 Franken auf neu 14 Franken erhöht.

Zu mehr Diskussionen Anlass gab die Neuausrichtung der Basislöhne. Die Delegierten übten harte Kritik daran, dass die Mindest-, bzw. Basislöhne der städtischen Gebiete nicht erhöht werden. Im Verlaufe des nächsten Jahres müssen nach Meinung der Delegierten die Basislöhne der heute drei verschiedenen Lohnzonen zusammengeführt und näher an die effektiven Löhne heran gebracht werden. Die Delegierten erteilten der Verhandlungsdelegation den Auftrag, die entsprechenden Verhandlungen mit den Baumeistern aufzunehmen.


Mehr Lohn für die Bauleute

November 2008

Diesen Frühling konnte mit der Einigung zum neuen Landesmantelvertrag (LMV) der lange und zähe Baukonflikt zwischen den Gewerkschaften und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) beendet werden.
Für das kommende Jahr einigten sich die Verhandlungsparteien auf eine Lohnerhöhung von 2.4 Prozent.

Der neue Landesmantelvertrag ist seit dem 1. Mai 2008 in Kraft. Mit der Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE), die der Bundesrat per 1. Oktober 2008 aussprach, gilt der LMV 2008 nun auch für Nichtverbands- und Temporärfirmen so wie für Entsandte.

Lohnerhöhungen 2009

  • Die durchschnittlichen Löhne werden nach Lohnklassen um 2 Prozent generell und 0.4 Prozent individuell erhöht. Das heisst, dass alle Bauleute auf der Basis ihres letzten effektiven Grundlohnes 2 Prozent mehr Lohn erhalten.
  • Die Mindestlöhne werden im 2009 um 2.5 Prozent angehoben. Somit erreicht die tiefste Hilfsarbeiterklasse einen Monatslohn von 4330 Franken und die höchste Vorarbeiterklasse einen solchen von 6219 Franken.
  • Weiter wird die Mindestpauschale  für die Mittagessenzulage von bisher 12 auf 13 Franken erhöht.

In Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage sind wir mit diesen Ergebnissen zufrieden. Gleichzeitig begrüsst Syna das Verhandlungsklima, das wieder zu einer fairen und sozialpartnerschaftlichen Verhaltensweise zurückgefunden hat.


Detailinformationen zu den Lohnerhöhungen per 1. Januar 2009


Es herrscht wieder Friede auf dem Bau

Mit der Zustimmung der Baumeister zum neuen Landesmantelvertrag (LMV) 2008 am 29. April 2008 konnte ein langer und zäher Arbeitskonflikt beendet werden. Ernst Zülle, Syna-Branchenleiter Bau und Verhandlungsdelegierter, nimmt Stellung zur Entstehung und Entwicklung des Baukonflikts.

Ernst, wie beurteilst du als Verhandlungsleiter der Syna den Konflikt rund um den LMV?

Ernst Zülle: Ich bin nach wie vor der Ueberzeugung, dass die Kündigung des LMV seitens der Baumeister nicht nötig gewesen wäre. Das vorliegende Resultat, nämlich ein praktisch unveränderter LMV, wie er bereits vor einem Jahr vorlag, bestätigt dies. Dieses Resultat wäre durchaus ohne Kündigung zu erreichen gewesen, wären alle Vertragsparteien in bewährter, sozialpartnerschaftlicher Weise aufeinander zugegangen.

Was gab denn der Ausschlag, dass es zur Kündigung kam?

Ernst Zülle: Bereits in der ersten Verhandlung zur Erneuerung des LMV zeigten sich die Baumeister nicht dialogbereit. Vielmehr diktierten sie ihre Forderungen und drohten schnell einmal mit der Vertragskündigung. Neu war auch, dass die Baumeister ihre Forderungen und die Drohung der Vertragskündigung öffentlich in den Medien formulierten und die Verhandlungen respektlos als Bazar bezeichneten. Mit der Gründung des patronalen Bildungsfonds und dem unrechtmässigen Vertragsabschluss mit dem Baukader Schweiz haben die Baumeister im September 2007 noch eine tiefere Kerbe ins sozialpartnerschaftliche Verhältnis geschlagen.
Diverse Protestaktionen der Bauleute, die damit ihrer Sorge um ihren Schutz vor Lohn- und Sozialdumping zum Ausdruck brachten, änderten nichts an der sturen Haltung der Baumeister. Somit sahen sich die Bauleute zusammen mit ihren Gewerkschaften gezwungen, mit Beginn des vertragslosen Zustands per 1. Oktober 2007 zu ihrem letzten legitimen Verteidigungsmittel, dem Streik, zu greifen.

Wie kam es zur Mediation?

Ernst Zülle: Der vertragslose Zustand hob alle wichtigen Schutzregelungen für die Bauleute auf, wie Mindestlöhne, Arbeitszeiten und Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall. Vor allem aber öffneten sich Tür und Tor für Nichtverbands- und ausländische Firmen, die bestehenden Schutzbestimmungen auszuhöhlen und die Löhne massiv zu drücken.
Die bevorstehende Ausdehnung der Personenfreizügigkeit sowie die Bedeutung des LMV als einer der wichtigsten Verträge für den Werkplatz Schweiz und dessen Image liessen die PolitikerInnen aktiv werden. Auf Vorschlag der zuständigen Bundesrätin Doris Leuthard haben sich die Vertragsparteien auf eine Mediation geeinigt, die von Jean-Luc Nordmann durchgeführt wurde.

Das Mediationsverfahren wurde im Dezember 2007 von den Verhandlungsspitzen erfolgreich abgeschlossen, jedoch von den Basisdelegierten des Baumeisterverbandes im Januar 2008 massiv abgelehnt. Wie kam es dann zur deutlichen Annahme im April 2008?

Ernst Zülle: Die Ablehnung des ersten Mediationsergebnisses wurde in den eigenen Reihen des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) nicht verstanden. Die Folge war, dass grosse Baufirmen und kantonale Baumeisterverbände regionale Vereinbarungen mit den Gewerkschaften trafen. Es lag auf der Hand, dass diese Entwicklung nicht der Königsweg für eine nationale Lösung im Bau ist. So kam es zu einer weiteren Mediationsrunde mit Jean-Luc Nordmann, die zum jetzt vorliegenden und per 1. Mai in Kraft getretenen LMV führte. Dieser enthält keine wesentlichen Aenderungen gegenüber dem ersten Vorschlag, die guten Schutzbestimmungen für die Bauleute bleiben unangetastet. Für das Einlenken der Baumeister war vielmehr die Einsicht ausschlaggebend, dass nur ein fair und partnerschaftlich ausgehandelter Vertrag zu einem nachhaltigen Ausgleich der Arbeitnehmenden- und Arbeitgebendeninteressen führt und somit den sozialen Frieden sichert.

Welches ist dein persönliches Fazit und wie ist deine Prognose für die zukünftigen Verhandlungen im Bau?

Ernst Zülle: Ausschlaggebend für den ganzen Konflikt war meines Erachtens das Machtgerangel zwischen den Verbänden, das sich zu einem Machtkampf zwischen einzelnen beteiligten Personen zuspitzte. Dieses persönliche Kräftemessen hatte dann nicht mehr viel mit der Sache, nämlich der Verteidigung der Arbeitnehmenden- und Arbeitgebendeninteressen, zu tun.
In den nächsten Verhandlungen werden noch Nachwehen dieses Konflikts spürbar sein. Umso wichtiger ist es nun, vorwärts zu schauen und das Vertrauen wieder aktiv aufzubauen. Erste konkrete Schritte wurden hierzu beschlossen, so z.B. die Einsetzung einer paritätisch zusammengesetzten Kommission, welche die Umsetzung der Arbeitszeitregelung, einer der grössten Konfliktpunkte, begleitet.
Werden sich alle Beteiligten (wieder) bewusst, dass ohne gegenseitigen Respekt und Vertrauen eine sachliche Interessensvertretung für beide Seiten nicht möglich ist, so bin ich zuversichtlich, dass wieder eine gute und nachhaltige Verhandlungskultur im Bau aufgebaut werden kann.

Interview: Prisca D.R. Widmer, Leiterin Kommunikation


Dokumentation

Zusatzvereinbarung vom 14. April 2008

Protokollvereinbarung «Arbeitszeit» vom 14. April 2008

Protokollvereinbarung «Parifonds» vom 14. April 2008

 

Dossier LMV: Von der Kündigung zum Frieden auf dem Bau

 

 

 


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