Löhne als Hauptsorge
Die Gewerkschaft Syna hat mehr als 5000 im Detailhandel arbeitende Personen über ihre Zufriedenheit, die Arbeitsbedingungen und die Löhne im Detailhandel befragt. Syna wollte von den Angestellten wissen, welche Bedürfnisse und Probleme sie haben und wo Verbesserungspotenzial besteht. Damit will Syna nähere Anhaltspunkte finden, um die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden noch besser vertreten zu können.
Rund 10 Prozent der Angestellten haben aufschlussreiche Antworten gegeben, in welchen Bereichen sie sich dringend Verbesserungen wünschen. Aus der Umfrage geht hervor, dass die Löhne im Detailhandel die Hauptsorge sind, welchr erheblich tiefer als in manch anderen Branchen sind. Fast 100 Prozent der Befragten wünschen sich eine bessere Bezahlung. Daraus lässt sich schliessen, dass der Lohn für viele Detailhandelsangestellte zum Leben ausreichen muss, also nicht bloss ein willkommener «Zusatzverdienst» ist. Ein verstärkendes Indiz hierfür ist auch, dass das Begehren nach mehr Ferien für viele Befragte nicht so wichtig ist.
Wo Angaben vorliegen, lässt sich ein ungefährer Stundenlohn für Ungelernte zwischen 17 und 21 Franken berechnen. Coop bezahlt ungelernten Mitarbeitenden mindestens 3700 Franken monatlich. Migros bietet Mindestlöhne zwischen 3500 und 3800 Franken, bei Lidl sind es 3800 Franken und bei Aldi 4016 Franken. Wobei das Verkaufspersonal bei Coop und Migros eine Stunde weniger pro Woche arbeiten muss und im Gegensatz zu den deutschen Discountern Zuschläge für die Abend- und Wochenendarbeit bekommt. Zudem sind die Mindestlöhne der zwei grossen Schweizer Detailhändlerinnen durch Gesamtarbeitsverträge garantiert.
Verzettelung der Arbeitszeiten
Ein weiteres Problem, dass laut der Umfrage das Verkaufspersonal besonders beschäftigt, ist die Arbeit auf Abruf. Die Mitarbeitenden leiden unter sehr kurzfristigen Arbeitseinsätzen. Eigentlich müssten die Arbeitspläne zwei Wochen im Voraus feststehen – was ohnehin bereits wenig Familienplanung zulässt. Doch teilweise wird nicht einmal diese Frist eingehalten. Das hat auch mit der Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten zu tun. Die Ausdehnung der Stunden, in denen die Läden geöffnet sind, führt zu einer Verzettelung der Arbeitseinsätze. Etliche Detailhandelsangestellte haben mittlerweile sogar «Zimmerstunden», wie dies im Gastgewerbe üblich ist.
Die Ergebnisse aus der Umfrage sind für Syna ein klarer Auftrag, sich weiterhin für die Verbesserung der Situation der Detailhandelsangestellten einzusetzen.
Weitere Auskünfte:
Carlo Mathieu, Zentralsekretär / Branchenleiter Detailhandel
Mobile 079 690 54 79
carlo.mathieu@syna.ch
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Arbeitslosigkeit hat ein Gesicht
