Abschluss der GAV-Verhandlungen Maschinenindustrie
Die Syna-Delegierten der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sagen mehrheitlich Ja zum neuen Gesamtarbeitsvertrag. Neben den materiellen Verbesserungen wie der Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs, der Erhöhung der Kinderzulage und der Möglichkeit eines unbezahlten Vaterschaftsurlaubs wurden auch die Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmervertretung ausgebaut. Schwerpunkte des neuen Gesamtarbeitsvertrags sind die Weiterbildung, die Förderung des Wiedereinstiegs von Frauen und die Integration von ausländischen Arbeitnehmenden. Erwartungsgemäss gab die Flexibilisierung der Arbeitszeit (mit dem Ziel, Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten oder zu schaffen) bei den Delegierten am meisten zu diskutieren.
Die Delegierten der Syna-Industriekonferenz vom 1. Dezember 2005 sind nach Würdigung des Gesamtpaketes dem Antrag der Verhandlungsdelegation auf Annahme des neuen Gesamtarbeitsvertrages (GAV) gefolgt. Im GAV, der wiederum für fünf Jahre abgeschlossen wurde, sind wesentliche Postulate der Syna aufgenommen worden; er wird, auf dem heute schon bestehenden hohen Vertragsniveau, zusätzliche Verbesserungen bringen.
Gezielter Ausbau des Gesamtarbeitsvertrages
Der neue Gesamtarbeitsvertrag bringt u. A. eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs auf 16 Wochen bei 100 Prozent Lohn, die Erhöhung der Kinderzulagen auf Fr. 200, die Möglichkeit des unbezahlten Vaterschaftsurlaubs sowie eine starke Betonung der Weiterbildung der Arbeitnehmenden und den Ausbau der Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmervertretungen.
Studien zur flexiblen Pensionierung/Altersteilzeit
In einer Protokollerklärung ausserhalb des GAVs verpflichten sich die Arbeitgeber und Arbeitnehmerverbände zur Einsetzung einer paritätischen Arbeitsgruppe, die eine Studie zur flexiblen Pensionierung/Altersteilzeit erstellen soll. Diese Arbeitsgruppe hat innert zwei Jahren zuhanden der Vertragsparteien Bericht zu erstatten.
Regulierte Abweichungen bei der Arbeitszeit möglich
Mit dem Vorpreschen des Arbeitgeberpräsidenten Johann Schneider-Ammann für eine Öffnungsklausel bei der Arbeitszeit wurde schon vor Verhandlungsbeginn ein Zeichen in Richtung zusätzlicher Flexibilisierung der Arbeitszeit gesetzt. Eine Knacknuss, wie sich in den Verhandlungen herausstellte. Die vorliegende Lösung mit dem Ziel, Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten oder zu schaffen, ist ein Kompromiss, der erwartungsgemäss bei den Delegierten nicht nur auf Begeisterung gestossen ist. Die Syna erwartet nun von den Arbeitgebern, dass sie diesen Artikel nur im Ausnahmefall im Sinne der Zielsetzung anwenden. Dann sind auch wir Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen bereit, für die Erhaltung des Denk- und Werkplatzes Schweiz neue Wege, wie dies der Artikel vorsieht, zu gehen.
Gemeinsame Verhandlungsplattform hat sich bewährt
Die Syna-Delegierten sind überzeugt, dass sich die Verhandlungsplattform mit abgestimmten Forderungen und gemeinsamen Arbeitsgruppen bewährt hat. Die Syna ist stolz, zum Entstehen dieser Plattform und deren Leitung einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben. Es ist zu hoffen, dass die gute Zusammenarbeit unter den Gewerkschaften und Angestelltenverbände im Interesse der Arbeitnehmenden weitergeführt und ausgebaut wird.
JA zum Gesamtpaket
Nach Würdigung des Gesamtpaketes sagen die Syna-Delegierten, wenn auch nicht mit voller Begeisterung, Ja zum vorliegenden Resultat. Ein Delegierter hat es auf den Punkt gebracht: «Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach».
Weitere Auskünfte
Charles Steck, Branchenleiter Maschinenindustrie
Tel.: 079 685 73 17
Maurice Clément, Zentralsekretär
Tel.: 079 432 74 21
Im Anhang finden Sie eine Zusammenstellung der wesentlichsten Veränderungen.
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Arbeitslosigkeit hat ein Gesicht
